Ratgeber

n8n, Make oder Zapier: Automatisierungstools im Vergleich für Schweizer KMU

Illustration: drei Spalten mit Automatisierungs-Bausteinen im Vergleich, die erste rot hervorgehoben
Kurzantwort

Zapier ist am einfachsten zu bedienen und bietet sehr viele fertige Verbindungen, Make kombiniert grosse Flexibilität mit einer visuellen Oberfläche, und n8n lässt sich auf eigenen Servern betreiben, auch in der Schweiz. Für einfache Abläufe reichen oft Zapier oder Make, für datensensible oder umfangreiche Automatisierungen ist n8n meist die beste Wahl.

Was machen n8n, Make und Zapier?

Alle drei verbinden Programme miteinander, ohne dass Sie selbst programmieren müssen. Ein Auslöser, etwa ein neues Formular auf der Website, startet einen Ablauf mit mehreren Schritten: Kontakt im CRM anlegen, E-Mail senden, Eintrag in der Buchhaltung. Alle drei Tools können auch KI-Schritte einbinden, zum Beispiel ein Sprachmodell, das eine Anfrage einordnet.

Wie unterscheiden sich die drei Tools?

Kriteriumn8nMakeZapier
BedienungVisuell, eher technisch, eigener Code möglichVisuell als FlussdiagrammSehr einfach, Schritt für Schritt
BetriebCloud oder selbst gehostetNur CloudNur Cloud
AbrechnungCloud nach Ausführungen, selbst gehostet nur ServerkostenNach Verbrauch von Operationen bzw. CreditsNach Anzahl ausgeführter Tasks
Komplexe LogikSehr stark: Verzweigungen, Schleifen, CodeStarkEher eingeschränkt
VerbindungenViele fertige, jede API über HTTP anbindbarSehr viele fertigeDie meisten fertigen
Geeignet fürDatensensible und umfangreiche AbläufeMittlere KomplexitätSchnelle, einfache Abläufe

Wann ist Zapier die richtige Wahl?

  • Sie wollen einfache Abläufe selbst einrichten, ohne technisches Vorwissen
  • Sie nutzen Nischen-Apps, die nur bei Zapier eine fertige Verbindung haben
  • Die Anzahl Durchläufe pro Monat ist überschaubar
  • Es werden keine heiklen Personendaten verarbeitet

Wann passt Make am besten?

  • Ihre Abläufe haben Verzweigungen und Bedingungen, sollen aber visuell nachvollziehbar bleiben
  • Sie möchten eine Cloud-Lösung ohne eigenen Server
  • Daten sollen in Rechenzentren in der EU verarbeitet werden
  • Das Team will Abläufe später selbst anpassen können

Wann ist n8n die beste Wahl?

  • Datenschutz ist zentral und die Daten sollen auf einem Server in der Schweiz bleiben
  • Es gibt viele Durchläufe, sodass eine Abrechnung pro Ausführung teuer würde
  • Die Abläufe sind komplex oder brauchen eigene Logik in Code
  • KI-Agenten sollen mehrere Schritte selbstständig erledigen, zum Beispiel Anfragen lesen, nachschlagen und antworten

n8n steht unter einer sogenannten Fair-Code-Lizenz (Sustainable Use License). Für die Automatisierung im eigenen Betrieb dürfen Sie es selbst hosten. Die Lizenzbedingungen sollten Sie trotzdem kennen, falls Sie n8n in ein eigenes Produkt einbauen möchten.

Was bedeutet die Wahl für den Datenschutz?

Bei Cloud-Tools fliessen Ihre Daten über die Server des Anbieters. Make bietet Rechenzentren in der EU an, Zapier verarbeitet Daten in der Regel in den USA. Mit einer selbst gehosteten n8n-Instanz bei einem Schweizer Hoster bleiben die Daten im Land, ausser bei den Diensten, die der Ablauf selbst aufruft. Nennen Sie das gewählte Tool in jedem Fall in Ihrer Datenschutzerklärung.

Kann ich später das Tool wechseln?

Ja, aber die Abläufe müssen im neuen Tool neu aufgebaut werden. Einen verlässlichen automatischen Export zwischen den Tools gibt es nicht. Dokumentieren Sie deshalb jeden Ablauf mit Auslöser, Schritten und Zweck, dann ist ein Wechsel planbar und auch eine Übergabe an eine andere Person einfacher.

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