Ratgeber

Shopify oder WooCommerce: der Vergleich für Onlineshops in der Schweiz

Illustration: zwei Onlineshops im Vergleich, getrennt durch «vs»
Kurzantwort

Shopify passt für die meisten Schweizer KMU, die schnell und mit wenig Wartung verkaufen wollen, denn Hosting, Sicherheit und Updates sind inklusive. WooCommerce lohnt sich, wenn Sie bereits auf WordPress setzen, volle Kontrolle über Code und Server wollen und die Wartung sichergestellt ist. Beide Systeme eignen sich für TWINT, Franken und die Schweizer MWST.

Was ist der grundsätzliche Unterschied?

Shopify ist eine Mietlösung: Sie zahlen ein monatliches Abo, und Shopify kümmert sich um Server, Sicherheit und Updates. WooCommerce ist eine kostenlose Erweiterung für WordPress, die Sie auf einem eigenen Hosting betreiben. Sie haben damit mehr Freiheit, tragen aber auch die Verantwortung für Updates, Sicherheit und Backups.

Wie schneiden Shopify und WooCommerce im Vergleich ab?

KriteriumShopifyWooCommerce
BetriebHosting, Updates und Sicherheit inklusiveEigenes Hosting, Updates selbst organisieren
Laufende KostenMonatsabo, Apps, ZahlungsgebührenHosting, kostenpflichtige Plugins, Wartung, Zahlungsgebühren
AnpassbarkeitThemes und Apps, Checkout nur begrenzt anpassbarVolle Kontrolle über Code und Checkout
MehrsprachigkeitIntegriert, mit Übersetzungs-App von ShopifyÜber Plugins wie WPML oder Polylang
ZahlungsartenTWINT, Karten und mehr über ZahlungsanbieterTWINT, Karten und mehr über Plugins der Zahlungsanbieter
WachstumSkaliert ohne ServerfragenHosting muss mitwachsen
WartungsaufwandGeringMittel bis hoch

Wann ist Shopify die bessere Wahl?

  • Sie wollen rasch starten und sich auf Verkauf und Marketing konzentrieren
  • Es gibt keine eigene IT, die Server und Updates betreut
  • Der Shop soll mit dem Geschäft wachsen, auch bei Aktionen mit vielen Besuchern
  • Sie möchten Kassensystem, Onlineshop und Marktplätze an einem Ort verwalten

Wann ist WooCommerce die bessere Wahl?

  • Sie haben bereits eine grosse WordPress-Website mit vielen Inhalten
  • Der Shop braucht Funktionen, die mit Shopify-Apps nicht abbildbar sind
  • Sie wollen die Daten vollständig auf einem Server Ihrer Wahl halten
  • Eine Agentur oder interne Person übernimmt Updates und Sicherheit verbindlich

Was müssen Schweizer Onlineshops beachten?

  • Mehrwertsteuer korrekt hinterlegen: seit 1. Januar 2024 gelten 8,1 % Normalsatz, 2,6 % reduzierter Satz und 3,8 % für Beherbergung
  • Preise für Privatkundschaft inklusive MWST anzeigen
  • Franken als Shopwährung, bei Verkauf ins Ausland zusätzlich Euro
  • Versand mit der Schweizerischen Post oder anderen Anbietern direkt aus dem Shop
  • Bei Bedarf mehrsprachig: Deutsch, Französisch, Italienisch
  • Impressum mit vollständigen Firmenangaben, Datenschutzerklärung nach revDSG und AGB

Wie wichtig sind Schnittstellen zu Lieferanten und Warenwirtschaft?

Sehr wichtig, sobald das Sortiment gross ist oder sich oft ändert. Wer Produkte, Preise und Lagerbestände von Hand pflegt, verliert viel Zeit und riskiert Fehler. Beim Shop von handy.ch läuft das Sortiment deshalb über eine automatische Anbindung in den Shop. Sowohl Shopify als auch WooCommerce bieten Schnittstellen, über die sich Lieferanten, Warenwirtschaft und Buchhaltung anbinden lassen, etwa mit n8n oder Make.

Kann ich später die Plattform wechseln?

Ja. Produkte, Kunden und Bestellungen lassen sich per Export und Import oder mit Migrations-Apps übertragen. Dabei ändern sich aber meist die URLs, deshalb braucht es für jede alte Seite eine 301-Weiterleitung, damit die Google-Rankings erhalten bleiben. Wie das geht, beschreibt unser Artikel zum Website-Relaunch ohne Rankingverlust.

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